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gehalt als zahnarzt

Wie viel verdient man als (angestellter) Zahnarzt?

Gehalt als Zahnarzt

Welches Einkommen können Zahnärzte eigentlich erwarten? Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt? Diese und andere Fragen werden uns sehr oft gestellt und deshalb wollen wir im Folgenden einige Hinweise geben.

Was beeinflusst das Gehalt eines Zahnarztes?

Nach einem zahnmedizinischen Studium (i.d.R. 5 Jahre) folgt eine (Vorbereitungs-)Assistenzzeit für angehende Zahnärzte, in der das Gehalt im Allgemeinen niedriger ist als später im Berufsleben. Es ist unter anderem abhängig von:

  • Berufserfahrung
  • Qualifikation (Curricula, Masterstudien, usw.)
  • Beschäftigungsverhältnis
  • Region, in der man tätig ist

 

Einkommen als Zahnarzt während der Ausbildung

Während des anspruchsvollen Studiums der Zahnmedizin ist es für viele Studierende nicht möglich, nebenbei zu arbeiten. Wer sich das Studium nicht leisten kann, muss daher auf Bafög oder Studienkredite zurückgreifen. Nach dem Studium folgen zwei Jahre als Assistenzarzt (drei Jahre für den Fachzahnarzt für Oralchirurgie bzw. Kieferorthopädie und vier Jahre für den Fachzahnarzt für Parodontologie), in denen die angehenden Zahnärzte praktische Erfahrungen sammeln und ihr erstes Gehalt verdienen.
Anmerkung am Rande: Zahnärzte, die im europäischen Ausland studiert haben benötigen diese (allgemeinzahnärztliche) Assistenzzeit nicht!

Trotz der finanziellen Herausforderungen während des Studiums, zahlt sich die Investition in die Ausbildung für die meisten Studierenden kurz nach dem Berufseinstieg aus. Abhängig von den getroffenen Vereinbarungen wird das Gehalt schon während der Assistenzzeit steigen.

Das durchschnittliche (Brutto-)Gehalt während der Assistenzzeit liegt bei Zahnärzten:

  •      Während des Studiums: kein Gehalt / Schulden
  •      Als Vorbereitungsassistent: zwischen 30.000 und 45.000 Euro brutto pro Jahr (Festgehalt) plus einer evtl. Umsatzbeteiligung
  •      Nach der Assistenzzeit: ab 50.000 Euro pro Jahr

 

Einkommen als angestellter Zahnarzt

Im Gegensatz zu Allgemeinmedizinern gibt es für Zahnärzte keine Tarifverträge. Daher sind individuelle Verhandlungen beim Gehalt erforderlich. Für angestellte Zahnärzte haben sich zwei Gehaltsmodelle etabliert, die jeweils Vor- und Nachteile haben:

  • Festgehalt

    Ein Festgehalt bietet Sicherheit und kann gerade am Anfang der beruflichen Laufbahn für Stabilität sorgen. Allerdings kann es schwerer sein, dann spätere Gehaltserhöhungen durchzusetzen.Tipp: Bei Arbeitsbeginn erst Festgehalt vereinbaren und den Zeitpunkt und die Bedingungen der Umsatzbeteiligung gleich mit festlegen.

 

  • Umsatzbeteiligung

    Diese ist meist ab einem bestimmten Honorarumsatz vorgesehen (z.B.: ab einem Honorarumsatz von 10.000 Euro wird eine Umsatzbeteiligung in Höhe von 25/30% gezahlt).

 

Bitte beachten: Lohnfortzahlung bei Urlaub (Durchschnitt der vergangenen 13 Wochen – § 11 Bundesurlaubsgesetz) und Krankheit (durchschnittliches Gehalt der letzten 12 Monate – LAG Rheinland-Pfalz, 05.09.2007 – 8 Sa 165/07), Rückforderung der KZV, Beteiligung an PZR usw.

Wie funktioniert die Umsatzbeteiligung für den Angestellten Zahnarzt?

Beispiel:

         es wird ein Fixum von 3500 € brutto pro Monat vereinbart.

         Zusätzlich wird eine Umsatzbeteiligung auf den selbst erwirtschafteten Honorarumsatz in Höhe von zum Beispiel 25 % ab einem Honorarumsatz von 14.000 € festgelegt

         dies bedeutet dann für das monatliche Gehalt:

Honorarumsatz
Gehalt
10.000.-
3.500.-
14.000.-
3.500.-
16.000.-
4.000.-
20.000.-
5.000.-

Eine alleinige Umsatzbeteiligung ist rechtlich nicht zulässig. Der Praxisinhaber darf das unternehmerische Risiko nicht auf den Arbeitnehmer umlegen.

Wir empfehlen eine Kombination aus einem relativ hohen Fixgehalt und einer Umsatzbeteiligung. Das Fixum sollte optimalerweise ca. 2/3 des zu erwarteten Gesamteinkommens ausmachen.

Einkommen als Zahnarzt mit eigener Praxis

Im eigentlichen Sinne erhalten Zahnärzte mit eigener Praxis natürlich kein Gehalt sondern erwirtschaften in ihrer Praxis einen Gewinn. In der Regel haben diese Zahnärzte das höchste Bruttoeinkommen.
Allerdings ist diese Rechnung nicht so einfach. Wer eine eigene Praxis führt, hat in der Regel auch höhere Ausgaben als angestellte Zahnärzte. Bei der Übernahme oder dem Kauf einer Praxis können die Kosten für spezielle Ausrüstung und Einrichtung oft mehrere hunderttausend Euro betragen. Es müssen Darlehen für die Praxisgründung/-übernahme aufgenommen und zurückbezahlt werden, Krankenversicherung und Altersvorsorge müssen komplett alleine getragen werden.

Zahnärzte mit eigener Praxis erzielen 2020 im Median (50% der Zahnärzte liegt darunter, 50% der Zahnärzte darüber) einen Einnahmen-Überschuss von 150.600 Euro im Jahr (KZBV Jahrbuch 2022). Davon sind dann noch Steuern und Abgaben für Versorgungswerke usw. in Höhe von durchschnittlich 58.400 Euro zu berücksichtigen, so dass sich ein verfügbares Jahres(netto)einkommen von 92.200 Euro ergibt.

Die Einkommensspanne liegt zwischen unter 25.000 Euro (3,6% aller Zahnärzte) und über 300.000 Euro (14,3% aller Zahnärzte).

 

Zahnarzt EInkommen

Einkommen als Zahnarzt im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Gesundheitswesen gelten im Vergleich zu privaten Praxen oder dem Angestelltenverhältnis Tarifverträge. Dadurch ist das Gehalt von Zahnärzten vertraglich festgelegt und auch Gehaltserhöhungen sind geregelt.

Das Entgelt liegt im ersten Jahr der Tätigkeit ohne Zulagen bei rund 4.000 Euro und steigt in den ersten 4-5 Jahren auf rd. 5.000 Euro.

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