Zahnärztliche Existenzgründung – Glückspiel… oder mit System zum Erfolg

Jede Niederlassung „sollte“ mit einer – mit Ihrer –  Idee beginnen.

Gerade der zahnärztliche Gesundheitsmarkt, der heute nicht mehr reguliert ist, unterliegt immer stärker den Gesetzen des freien Marktes und den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Die erfolgreiche Niederlassung zeichnet sich durch ein Konzept aus, das den Verhältnissen im Markt des geplanten Einzugsgebiets entspricht und das eigene Potenzial realistisch einschätzt.

Vor allem in Ballungsräumen ist es für erfolgreiche Praxen unabdingbar, ein klares und erkennbares Profil zu haben, welches sich unter anderem im Behandlungs-  und Therapiespektrum widerspiegelt. Wo sehen Sie ihr Potenzial? Welche zahnärztlichen Leistungen möchten Sie für welche Zielgruppe als Schwerpunkt anbieten? Die Frage nach der Spezialisierung geht immer auch einher mit der Frage nach Ihren ganz persönlichen Stärken und Vorlieben.

Es sind Spezialisierungen auf Behandlungsleistungen oder auch auf Zielgruppen möglich, zum Beispiel Endodontie, ästhetische Zahnheilkunde, Implantologie bzw. Angstpatienten, Kinder, Geschäftsleute, Senioren usw.

Für den wirtschaftlichen Erfolg werden die privat zu liquidierenden Leistungen immer wichtiger. Da ein Großteil der zahnärztlichen Leistungen außerhalb des gesetzlichen Leistungskataloges erbracht wird, müssen auch diese ökonomischen Bedingungen in die Zielfindung mit einfließen.

Auf die formalen Voraussetzungen zur Ausübung der zahnärztlichen Tätigkeit möchte ich hier nicht eingehen, da ich diese als hinreichend bekannt voraussetze.

Viele Zahnärzte absolvieren diverse Fortbildungen im Rahmen von Curricula oder Masterstudiengängen. Inwieweit dies sinnvoll und zielführend für die spätere berufliche Tätigkeit ist, muss natürlich jeder Gründer selbst entscheiden. Wenn Sie jedoch eine „normale“ allgemein Zahnarztpraxis, und dazu noch in ländlicher Umgebung führen möchten, dann ist hier weniger manchmal mehr.

Verlassen Sie sich auch nicht alleine auf Ihre fachliche Qualifikation. Der Patient setzt diese voraus und die Praxis hebt sich nach außen nur durch sogenannte „Soft Skills“ vom Wettbewerb ab. Neben Ihren Führungsqualitäten, die für ein funktionierendes und engagiertes Team sorgen, gehören hierzu zum Beispiel Ihr Einfühlungsvermögen, Ihre Kommunikationsfähigkeit, aber auch Ihr Organisationstalent und natürlich Ihre soziale Kompetenz.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist jungen Zahnärzten besonders wichtig, gerade weibliche Zahnärzte werden bei der beruflichen Planung auch die Familienplanung im Blick haben. Wann ist der beste Zeitpunkt für Kinder? In der Zeit als angestellte Zahnärztin, vor der eigenen Praxis oder als niedergelassene Zahnärztin – idealerweise in einer größeren Gemeinschaft?

Noch ein Hinweis zum richtigen Zeitpunkt. Bis zum Jahr 2007 (Ende der Zulassungsbeschränkungen) war es fast nie eine Frage, man ließ sich unmittelbar nach der Assistentenzeit nieder. Seit diesem Zeitpunkt hat sich jedoch der Zeitraum zwischen Studium und Niederlassung immer weiter verlängert. Aus den unterschiedlichsten Gesichtspunkten (Dauer der Finanzierung, Schaffung von “Praxisvermögen“) sollte man sich jedoch nicht zu lange Zeit lassen. Denn auch die persönlichen Ansprüche werden immer weiter steigen, je mehr Erfahrung man hat und auch je mehr Praxen man gesehen und eventuell geprüft hat. Man wird immer wählerischer und ich habe in meiner Beratungspraxis auch schon Gründer gesehen, die sich nie niederließen, weil keine Praxis ihren (immer größer werdenden) Ansprüchen genügte.

So wie viele Wege nach Rom führen, führen auch viele Wege in die Selbstständigkeit. Sie können eine bestehende Praxis übernehmen, in eine bestehende (Praxis-)Gemeinschaft eintreten bzw. diese mit Kollegen selbst gründen oder auch alleine selbst gründen.

Die Ausübung des zahnärztlichen Berufs in einer Einzelpraxis basiert auf dem traditionellen Bild der Tätigkeit aus einer Zeit, in der es dem Zahnarzt allgemein noch sehr gut ging. Der Gründer ist Chef und bestimmt alleine den Weg. Allerdings trägt er die volle Verantwortung, auch finanziell, gegenüber Mitarbeitern und Patienten. In der Einzelpraxis fehlt die Möglichkeit der fachlichen Abstimmung mit Kollegen, der Aufteilung von Aufgaben, des größeren zeitlichen und fachlichen Angebots für Patienten und natürlich auch die Vertretungsmöglichkeit. Der finanzielle Aufwand für Gründung bzw. Einstieg in eine Einzelpraxis ist grundsätzlich höher, als dies in der Gemeinschaft der Fall ist.

Das durchschnittliche Finanzierungsvolumen einer Einzelpraxisübernahme belief sich im Jahr 2015 auf rund 326.000 €, während der Finanzierungsaufwand für die Neugründung einer Einzelpraxis bei durchschnittlich 484.000 € lag. Auf die Finanzierung der Existenzgründung und die Fallstricke, die auch hier lauern können, wird an anderer Stelle eingegangen.

Entgegen dem äußeren Anschein arbeiten auch heute noch mehr als zwei Drittel aller Praxisinhaber in Einzelpraxen. Jüngere Gründer wählen jedoch verstärkt die Form der Kooperation für die Ausübung ihrer zahnärztlichen Tätigkeit.

Bei der Wahl einer Berufsausübungsgemeinschaft sind die Ansprüche an die vertraglichen Regelungen nicht hoch genug anzusetzen. Klären Sie hier im Vorfeld lieber zu viel, als zu wenig. Und greifen Sie auf jeden Fall auf die Unterstützung eines, in diesem Metier erfahrenen Anwalts zurück.

Wichtige, aber auch sehr schwierige Punkte sind regelmäßig die Gewinnverteilung in der Berufsausübungsgemeinschaft bzw. die Kostenverteilung in der Praxisgemeinschaft. Es gibt hier die unterschiedlichsten Modelle, die es schaffen müssen, die Unterschiede der Partner möglichst genau und vor allem auch gerecht abzubilden. Die gesetzliche Grundstruktur (Gleichheit der Partner) ist in der Realität nur ganz selten anzutreffen. Oft gibt es unterschiedliche Beteiligungen am Gesellschaftsvermögen, unterschiedliche Leistungen und Fähigkeiten bzw. Kompetenzen der Partner und es sind auch die unterschiedlichen Gesellschafterstellungen in Bezug auf das Recht zur Kündigung, zur Geschäftsführung usw. zu berücksichtigen. Klären Sie auch gleich zu Anfang die Bedingungen eines möglichen Auseinandergehens, sei es durch Kündigung eines Partners, durch Krankheit bzw. Berufsunfähigkeit oder durch Versterben. Je mehr und je besser Sie diese Punkte vertraglich festlegen, desto weniger wird es zu Streitereien kommen. Im besten Fall müssen Sie diesen (umfangreichen) Vertrag in der Zukunft nie wieder bemühen, weil alles glattläuft.

Bei der Gründungsvorbereitung nimmt die Wahl des Praxisstandortes eine entscheidende Rolle ein. Fehler sind hier kaum zu korrigieren und können sehr leicht zum Misserfolg der Praxisgründung führen. Deshalb sollten Sie sich auch hier äußerst gründlich vorbereiten und mögliche Standorte systematisch analysieren und bewerten.

Im Vorfeld ist ein sehr wichtiges Kriterium für die Wahl des Standortes festzulegen: die Entscheidung für oder gegen eine zahnärztliche Spezialisierung. In Innenstadtzentren hat man in der Regel andere Patienten (Geschäftsleute, Angestellte usw.) und eine andere Nachfrage nach ganz speziellen Behandlungen, als in Neubaugebieten am Stadtrand oder in gewachsenen Ortsteilen (Familien aber auch Senioren).

Dreh und Angelpunkt vieler Überlegungen ist natürlich auch die Frage, wie der Praxisgründer Patienten auf das neue Angebot hinweist. Neben der klassischen (Eröffnungs-) Werbung sollen an dieser Stelle insbesondere die sozialen Medien erwähnt werden. Ohne Internet, (Bewertungs-)Portale und Suchmaschinenoptimierung ist es heutzutage extrem schwierig, eine Praxis erfolgreich zu etablieren.

In Großstädten und Ballungsgebieten ist die Zahnarztdichte in der Regel viel höher als in ländlichen Gemeinden. Wenn das Konzept stimmt, ist jedoch diese Bedarfskennziffer nicht so ausschlaggebend für den Erfolg bzw. Misserfolg der neuen Praxis. Gerade in Gebieten mit hoher Zahnarztdichte können Praxen mit dem richtigen Konzept sehr erfolgreich betrieben werden.

Die Kosten, wie zum Beispiel Miete und Personalkosten sind in Zentren deutlich höher als in kleineren Gemeinden. Auch findet man dort oft niedrigere Patientenzahlen als im ländlichen Raum vor. Trotzdem zieht es viele Kolleginnen und Kollegen in diese Zentren. Neben der persönlichen Vorliebe reizt hier die erfolgversprechende Möglichkeit der Spezialisierung und die Chance auf deutlich höhere Honorarumsätze pro Patient.

Ob gekauft oder gemietet wird, ist nicht ausschlaggebend für den langfristigen Erfolg der Praxis. Die ideale Praxisgröße lässt sich nicht allgemein verbindlich festlegen. Während man bei einer Übernahme oder einem Einstieg natürlich an das Vorhandene gebunden ist, ist man bei Neugründung/-bau frei in der Entscheidung. Für eine Einzelpraxis sind drei Behandlungszimmer (insgesamt ca. 150 m²) die Untergrenze. Vor allem, wenn man Prophylaxe vernünftig etablieren möchte, funktionierten weniger Behandlungszimmer fast gar nicht mehr. Optimal ist es natürlich auch, wenn die Praxisräume entsprechendes Erweiterungspotenzial bieten.

Bei Neubauten bzw. größeren Umbauten ist es unerlässlich, von Anfang an die Bau- bzw. Gewerbeämter mit ins Boot zu holen. Dadurch werden Verzögerungen und auch unnötige Kosten im Nachgang verhindert.

 

Die zahnärztliche Existenzgründung sollte ein einmaliger und natürlich erfolgreicher Vorgang im Leben eines jeden Zahnarztes sein. Um die hierfür notwendigen Erfolgsfaktoren zu bestimmen und zu erkennen, benötigt jeder Gründer neben der eigenen Erfahrung und dem eigenen Wissen ein professionelles Team von Fachleuten (Wirtschaftsberater, Rechtsanwalt, Depot, Steuerberater) welches ihn auf dem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt und begleitet. Es gilt, unnötige Fehler und damit verbundene Kosten zu vermeiden. Suchen Sie auch in den ersten Jahren nach der Niederlassung die Unterstützung von Experten und überprüfen Sie plan- und regelmäßig Zahlen und Ausrichtung Ihrer Praxis.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Existenzgründung mit System ist kein Glücksspiel. Wer sich von Anfang an vernünftig vorbereitet, die richtigen Fragen stellt und seine Energie in die konzeptionelle Entwicklung der Praxis investiert, wird auch Erfolg haben.

Wie oft gehen die Deutschen zum Heilpraktiker?

Nur acht Prozent der 2020 für den Statista Global Consumer Survey in Deutschland befragten Menschen, gaben an, einen

Alternativmediziner/-in oder Heilpraktiker/-in

aufgesucht zu haben.
Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren 70 Prozent beim Hausarzt, 59 Prozent konsultierten einen Spezialisten.

So populär Homöopathie hierzulande ist, gehen die meisten im Zweifelsfall offenbar doch lieber zu studierten Medizinern.

Wie populär Alternativen zur evidenzbasierten Medizin international sind, zeigt der Blick auf die Statista-Grafik. Demnach ist die Heilpraktiker-Affinität bei den Schweizern besonders ausgeprägt.

Sogar ausgeprägter als in Indien oder China, Länder in denen traditionelle Medizin eine wichtige Rolle spielt. Dagegen sind die Briten offenbar eher skeptisch, was Alternativmedizin angeht.

Infografik: So populär sind Alternativen zur evidenzbasierten Medizin | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Zahnarzt (m/w/d) gesucht Hannover – in Anstellung oder zum Einstieg

Zahnarzt (m/w/d) gesucht
Hannover-Mitte

Gutgehende moderne BAG (Gemeinschaftspraxis),
5 BHZ, moderne Einrichtung, komplett neue Räumlichkeiten,

sucht

Zahnarzt (m/w/d)

zur Anstellung.

Späterer Einstieg bzw. Übernahme der Praxis gewünscht (zeitlich sehr flexibel)

Standort: Hannover-Zentrum, flexible Arbeitszeiten, Umsatzbeteiligung

Bei Interesse fordern Sie bitte weitere Infos an…
(Keine Kosten für Interessenten)

0511-84300870 Kontaktformular Termin vereinbaren

Unser Netzwerk

Unser Netzwerk ist über Jahre gewachsen und entspricht unseren – an uns selbst gestellten – Maßstäben:

  • fachlich kompetent
  • menschlich integer
  • loyal

und besteht aus:

  • Steuerberatern – mit Schwerpunkt im Heilwesenbereich
  • Rechtsanwälten – für die Medizin- und Vertragsrecht kein Fremdwort ist
  • Banken – mit Kompetenz und Finanzstärke
  • Mediziner-Netzwerken – Expertise bundesweit
  • Versicherungen – unabhängige Übersicht und Empfehlung
0511-84300870 Kontaktformular Termin vereinbaren

Zahnarzt-Praxis zur Übernahme oder zum Einstieg gesucht

Junge Zahnärztin mit 5 Jahren Berufserfahrung sucht gutgehende Allgemein-Zahnarztpraxis zur Übernahme oder zum Einstieg

Stadt Hannover oder Region Hannover

Mindestens 4 BHZ, gerne mit gut eingeführter Prophylaxe

0511-84300870 Kontaktformular Termin vereinbaren

Berufshaftpflicht-Versicherung für angestellte (Zahn-)Ärzte

Berufshaftpflichtversicherung für angestellte Ärzte

Sehr oft zweifeln angestellte Ärzte an der Notwendigkeit einer eigenen Berufshaftpflichtversicherung

In diesem Video wird sehr gut erklärt, wieso auch angestellte (Zahn-)Ärzte eine eigene Berufshaftpflichtversicherung abschliessen sollten.

Der angestellte Arzt – Haftungsfehler erkennen und vermeiden from Rechtsdepesche on Vimeo.

Wenn Sie Fragen zu diesem Themen haben oder ein persönliches Angebot wünschen:

0511-84300870 Kontaktformular Termin vereinbaren

Arzt Berufshaftpflicht

Arzt Berufshaftpflicht

Vielleicht ist es Ihnen auch schon so gegangen, wie vielen unserer Kunden, die in den letzten Monaten auf uns zugekommen sind.
Ihr Haftpflichtversicherer hat den Berufshaftpflicht Vertrag gekündigt und bietet Ihnen einen neuen an – mit einer um ein Vielfaches erhöhten Beitragsprämie.

Begründet wird die Steigerung mit einer erhöhten Schadensquote im Bestand des Versicherungsunternehmens.

Wir sind in der Lage Ihnen für die

Arzt Berufshaftpflichtversicherung

der meisten Fachgruppen ein Angebot zu machen, welches teilweise sogar unter den bisherigen Prämien liegt – und dies mit zum Teil deutlich besseren Leistungen, z.B. für einen

Niedergelassenen Zahnarzt, Oralchirurg bzw. Kieferorthopäde € 242,90 incl. Versicherungssteuer p.a.

Sprechen Sie uns an und fordern ihr individuelles Angebot, für alle Fachgruppen, auch für angestellte Ärzte und Assistenz-(zahn-)ärzte, an:

0511-84300870 Kontaktformular Termin vereinbaren

Berufsunfähigkeits-Versicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung

Absicherung gegen den Verlust der eigenen Arbeitskraft

Immer wieder weisen Experten darauf hin, dass die

Berufsunfähigkeitsversicherung

neben der Privathaftpflicht die wichtigste Versicherung überhaupt ist.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen nicht nur berufstätige Menschen. Um im Ernstfall einen sicheren Schutz zu haben, empfiehlt es sich auch für Schüler, Auszubildende, Hausfrauen und Studenten, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Wichtig hierbei: Sie sollten sich den Berufsunfähigkeitsschutz sichern, solange Sie noch jung und gesundheitlich nicht beeinträchtigt sind. Versicherungsgesellschaften lehnen Anträge oft schon bei geringen Vorerkrankungen ab bzw. bieten Ihnen weniger günstige Konditionen an.

Der Staat hilft im Ernstfall kaum – denn seit 01. Januar 2001 erhalten alle nach 1960 Geborenen im Fall der Berufsunfähigkeit faktisch keine Zahlungen mehr aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Stattdessen wurde die Erwerbsminderungsrente eingeführt, auf die aber auch nur der Anspruch hat, der nicht einmal mehr drei Stunden täglich irgendeine Arbeit verrichten kann. Die staatlichen Hilfen sind zudem so niedrig bemessen, dass sie Sie und Ihre Familie keinesfalls vor dem finanziellen Absturz bewahren.

Ähnlich sieht es für Mitgliedern in berufsständigen Versorgungswerken (Kammerberufe) aus. Dort muss vor einer Leistung meist eine vollständige Berufsunfähigkeit vorliegen und die Approbation zurückgegeben werden. Erschwerend wiegt das Recht der Versorgungswerke auf die sogenannte “abstrakte Verweisung”, d.h. wenn das Mitglied noch irgendeine Tätigkeit ausüben kann, wird keine Leistung erbracht.

Folge: Als Betroffener bekommen Sie nur dann die knappen staatlichen Leistungen, wenn Sie so gut wie gar nicht mehr arbeiten können, als Zahnarzt oder Arzt erst dann, wenn Sie die Approbation zurückgegeben haben. Wenn Sie theoretisch noch irgendeiner – auch schlechter bezahlten – Tätigkeit nachgehen könnten, gehen Sie leer aus.

Vor dem finanziellen Kollaps bei Unfall oder Krankheit müssen Sie sich also eigenverantwortlich schützen –mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung.

Doch welche Police ist die richtige? Was müssen Sie beim Vertragsabschluss beachten? Wie hoch soll im Ernstfall die Rente sein? Hier finden Sie erste Antworten.

  • Was leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die wichtigste Leistung der Berufsunfähigkeitsversicherung ist die monatliche Rente – ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie wegen eines Unfalls oder einer Erkrankung nicht mehr arbeiten können.

Oft werden Versicherte nur teilweise berufsunfähig – volle Rentenleistungen gibt es daher bereits bei einer Berufsunfähigkeit von weniger als 100 Prozent, sehr oft schon ab 50% Berufsunfähigkeit.

Der Versicherer hilft außerdem bei der Wiedereingliederung ins Arbeitsleben, etwa beim behindertengerechten Umbau des Arbeitsplatzes, durch Einmalzahlungen bei Ende einer zeitlich begrenzten Berufsunfähigkeit oder durch Assistance-Leistungen, die über die finanzielle Hilfen hinausgehen – etwa die Planung von Reha-Maßnahmen.

  • Finanzieller Schutz bei steigendem Bedarf

Durch Dynamisierung – also regelmäßige Erhöhung von Rentenansprüchen und Beiträgen – können Sie Ihren Berufsunfähigkeitsschutz an steigende Lebenshaltungskosten und wachsenden Finanzbedarf anpassen.

Sofern beim Vertragsschluss eine Nachversicherungsgarantie vereinbart wurde, können Sie den bestehenden Schutz zum Beispiel bei Heirat, Geburt eines Kindes oder Immobilienerwerb ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, damit eine spätere BU-Rente Ihren gestiegenen finanziellen Bedürfnissen entspricht.

  • Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

Ein umfassender Berufsunfähigkeitsschutz ist für Ärzte, Akademiker oder Büroangestellte wegen ihres geringeren Gesundheitsrisikos günstiger als für Bauhandwerker oder Lehrer. Eine Police, die Leistungen nur bei völliger Erwerbsunfähigkeit vorsieht, ist für weniger Geld zu haben, als eine Versicherung, die bei Berufsunfähigkeit sofort zahlt, selbst wenn man in einem anderen Beruf noch arbeiten könnte.

Ein Beispiel:

Ein umfassender Berufsunfähigkeitsschutz ist günstiger zu bekommen, als viele denken: Ein 28-jähriger Arzt oder Zahnarzt (m/w/d) bekommt eine BU-Versicherung mit einer Rentenleistung von 1500 Euro monatlich, bei einer 50%-tigen Berufsunfähigkeit bereits für einen Monatsbeitrag von etwa 55 Euro.

Nicht nur der Preis ist ausschlaggebend für die Entscheidung, welche die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung ist. Auch die Versicherungsbedingungen sind von zentraler Bedeutung.: Insbesondere bei den Leistungen sollten sie genauestens prüfen lassen, welche Versicherung für Sie passt. Lassen Sie sich beraten!

  • Niedrige Beiträge sichern

Wenn Sie schon in jungen Jahren vorsorgen, sichern Sie sich günstige Beiträge und verhindern Leistungsausschlüsse wegen Vorerkrankungen.

Achten Sie aber auch auf die Vertragsbedingungen. Statt eines Vertragsausschlusses für bestimmte Erkrankungen sollten Sie besser einen Beitragszuschlag akzeptieren und mit dem Versicherer schwarz auf weiß vereinbaren, dass der Mehrbetrag nach ausgeheilter Krankheit wieder wegfällt.

Ihr Beruf sollte auch während eines möglichen Erziehungsurlaubs Maßstab für die Anerkennung der Berufsunfähigkeit bleiben, denn als Hausfrau bzw. -mann kann man auch berufsunfähig werden.

Wenn die Möglichkeit besteht, dass Sie irgendwann einmal nicht mehr Vollzeit arbeiten, dann sprechen Sie Ihren Berater auf die sogenannte „Teilzeitklausel“ an, die einige Tarife anbieten.

  • Nicht zu knapp kalkulieren

Ihr Vertrag sollte nicht zu früh auslaufen, denn oft wird man erst mit 50 Jahren oder später berufsunfähig.

Auch die Berufsunfähigkeitsrente sollte nicht zu knapp bemessen sein, als Faustregel gilt: die Höhe der Ziel-BU-Rente sollte ungefähr 75 Prozent des Nettoeinkommens mit 45 Jahren entsprechen.

Die Police sollte auch immer die Möglichkeit zur Höherversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung vorsehen, damit sich die Rente etwa bei späterer Heirat oder Geburt von Kindern problemlos anpassen lässt.

Wichtig: Gesundheitsfragen des Versicherers müssen immer wahrheitsgemäß beantwortet werden; bei Falschangaben droht der Verlust des Versicherungsschutzes.

In Ruhe entscheiden

Wenn Sie sich entschlossen haben, Ihr persönliches Berufsunfähigkeitsrisiko privat abzusichern, sehen Sie sich einer Vielzahl von Anbietern mit einer kaum überschaubaren Anzahl von Produkten und Tarifen und unterschiedlichsten Preisen und Leistungen gegenüber.

Die Entscheidung für eine konkrete Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie deshalb nicht vorschnell treffen. Der Online-Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ohne fachkundige Beratung ist nicht empfehlenswert – das Thema ist komplex und für Laien kaum zu durchschauen.

Lassen Sie sich daher von uns beraten. Wir analysieren Ihre persönliche Risikosituation und vergleichen die Fülle der angebotenen Tarife um den Richtigen für Sie zu ermitteln.

Sprechen Sie uns an…

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Wenn vereinbart, dann muss auch der Chefarzt operieren!

Wenn mit dem Krankenhaus eine Operation durch den Chefarzt vereinbart wird, dann muss auch der Chefarzt operieren. Das hat der Bundesgerichtshof in einem neuen Urteil entschieden. Hält sich das Krankenhaus nicht an die Vereinbarung, macht es sich grundsätzlich schadensersatzpflichtig – und zwar auch dann, wenn die Operation fehlerfrei verlaufen ist. (Az: VI ZR 75/15)

Der Kläger war entgegen seiner Vereinbarung vom stellvertretenden Oberarzt und nicht vom Chefarzt operiert worden. Die Klinik war der Ansicht, dass das im Ergebnis keinen Unterschied macht, weil bei der OP nachweislich keine Fehler passierten. Nach Auffassung der Karlsruher Richter war der Eingriff wegen der fehlenden Einwilligung aber von vornherein rechtswidrig. Die Klinik habe das Vertrauen des Patienten enttäuscht.

Ein ärztlicher Eingriff in die körperliche Integrität sei nur dann gerechtfertigt, wenn eine wirksame Einwilligung des Patienten vorliege. Daran fehle es in dem Fall, weil sich die Einwilligung nur auf den Chefarzt beziehe.

Empfehlung an alle Kliniken: Überprüfen Sie Ihre Wahlleistungsvereinbarung!